Tag des Kaffees: Ein Dank an die Frauen hinter jeder Tasse
Morgen, am 1. Oktober, feiert die Welt den Kaffee. Den Tag gibt es schon seit 2015: Damals rief ihn die Internationale Kaffeeorganisation (ICO) an der Weltausstellung in Mailand ins Leben. Dieses Jahr hat er aber mehr Gewicht. Im März 2026 hat die UNO-Generalversammlung mit 150 zu 1 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen, den 1. Oktober zum offiziellen UNO-Tag zu machen. Morgen ist also der erste Internationale Tag des Kaffees, hinter dem die Vereinten Nationen offiziell stehen. Und er fällt in ein Jahr, das die UNO den Frauen in der Landwirtschaft widmet. Bevor du morgen deinen ersten Espresso trinkst, lohnt sich ein genauerer Blick auf dieses Zusammentreffen.
Was die UNO beschlossen hat
Die Resolution A/RES/80/248 geht auf einen Antrag Brasiliens zurück. Sie lädt Regierungen, Unternehmen, Forschung und Zivilgesellschaft ein, den Tag zu nutzen, um auf die wirtschaftliche, soziale und ökologische Bedeutung von Kaffee aufmerksam zu machen. Koordiniert wird er von der Welternährungsorganisation FAO, gemeinsam mit der ICO.
Dabei geht es um mehr als ums Anstossen. Der Text betont, wie wichtig eine faire Verteilung der Erträge entlang der Wertschöpfungskette ist, und nennt die Kleinbauernfamilien ausdrücklich. Ausserdem verknüpft er Kaffee mit vier Zielen für nachhaltige Entwicklung: kein Hunger, weniger Armut, Gleichstellung der Frauen und menschenwürdige Arbeit.
Die Zahlen der FAO zeigen, warum. Weltweit bauen rund 25 Millionen Bäuerinnen und Bauern Kaffee an. 2024 machte Kaffee 27,9 Prozent aller Warenexporte Äthiopiens aus. In Äthiopien und in Uganda brachte der Kaffeeexport sogar mehr ein, als das ganze Land für importierte Lebensmittel ausgab. In einem Land wie Äthiopien entscheidet der Preis für Rohkaffee also direkt mit, was bei Familien auf den Tisch kommt.
2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerin
Die UNO hat 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt, und die Zahlen der FAO sind ernüchternd. 2021 stellten Frauen 40 Prozent der Arbeitskräfte im weltweiten Agrar- und Ernährungssektor. Selbst wenn Frauen und Männer gleich grosse Betriebe führen, misst die FAO bei den Frauen eine um 24 Prozent tiefere Flächenproduktivität. Der Grund liegt im ungleichen Zugang zu Landrechten, Krediten, Ausbildung und Beratung. Hitze verschärft das noch: Jeder Tag mit extremen Temperaturen senkt den Wert der Ernte von Bäuerinnen um 3 Prozent stärker als bei Bauern.
Beim Kaffee ist es nicht anders. Frauen pflanzen, pflücken und sortieren auf Familienbetrieben, deren Landtitel und Kaufverträge oft auf einen Mann lauten. Ihre Arbeit steckt in jedem Sack, in den Papieren taucht sie selten auf. Und das Geld aus der Ernte landet nicht immer bei denen, die sie eingebracht haben.
Raise Your Cup: fünfzehn Geschichten in fünfzehn Tagen
Eine Kampagne, die morgen startet, will das sichtbar machen. «Raise Your Cup» wird von Kindred Sparks zusammen mit der Non-Profit-Organisation Equal Origins produziert und läuft vom 1. bis zum 15. Oktober, dem Internationalen Tag der Landfrauen. Jeden Tag erscheint die Geschichte einer Kaffee- oder Kakaobäuerin, in ihren eigenen Worten, auf Englisch und in ihrer Muttersprache, zusammen mit dem Unternehmen, das mit ihr arbeitet.
Gleichzeitig sammelt die Kampagne mindestens 15'000 US-Dollar für drei Bauernorganisationen in Kolumbien und Honduras, die eigene Pläne für mehr Gleichstellung erarbeitet haben. Ein Beispiel: Die honduranische Kooperative COPRANIL stellte fest, dass kaum Frauen Mitglied waren. Nun ermutigt sie ihre Mitglieder, Genossenschaftsanteile an ihre Ehefrauen zu übertragen.
Kimberly Easson, Gründerin von Equal Origins, bringt die Idee auf den Punkt: «All coffee is women's coffee», jeder Kaffee ist Frauenkaffee.
Was du morgen mit deiner Tasse tun kannst
Ein UNO-Tag wirkt weit weg von deiner Küche in Bern oder deinem Büro in Zürich. Ein paar kleine Gewohnheiten holen ihn näher.
Frag nach, woher dein Kaffee kommt, wenn möglich bis zur Region. Rückverfolgbaren Kaffee kann man leichter fair bezahlen, weil man weiss, wer ihn angebaut hat. Achte auf Röstereien, die direkt einkaufen und dir etwas Konkretes über den Ursprung erzählen können, etwa die Region, die Gemeinschaft oder die Ernte. Solche Details zeugen meist von einer echten Beziehung. Und nimm dir ein paar Minuten für eine der Geschichten von Raise Your Cup. Die nächste Tasse schmeckt danach ein bisschen anders.
Wenn du ein Café führst oder den Kaffee fürs Team bestellst, ist der Tag des Kaffees ein guter Anlass, den Ursprung einmal auf die Tafel zu schreiben und deinen Gästen zu erzählen, wer ihren Kaffee angebaut hat.
Warum uns das am Herzen liegt
Unser Kaffee stammt aus dem Kaffa-Wald im Südwesten Äthiopiens, wo Arabica von Natur aus unter einheimischen Bäumen wächst. In ganz Äthiopien ist Kaffee die Kultur von Millionen Kleinbauernfamilien, und Frauen tragen diese Arbeit in jedem Schritt mit. Mit dem direkten Einkauf in Kaffa versuchen wir, mehr vom Wert jeder Tasse bei den Menschen zu lassen, die sie möglich machen.
Also: Was auch immer du morgen brühst, heb die Tasse auf sie. Und wenn du Lust auf einen Kaffee direkt aus dem Wald hast, in dem Arabica seinen Ursprung hat, wartet unser Kaffa-Kaffee auf dich.
Sources